{"id":70,"date":"2013-08-20T22:26:15","date_gmt":"2013-08-20T20:26:15","guid":{"rendered":"http:\/\/gala-bau-blog.ifb-mainz.de\/?p=70"},"modified":"2013-08-20T22:26:15","modified_gmt":"2013-08-20T20:26:15","slug":"gemeinsam-eine-losung-finden-mediation-statt-prozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gala-bau-blog.ifb-mainz.de\/?p=70","title":{"rendered":"Gemeinsam eine L\u00f6sung finden \u2013 Mediation statt Prozess"},"content":{"rendered":"<div><a href=\"https:\/\/gala-bau-blog.ifb-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Puzzle01_M4c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-73\" alt=\"Jigsaw puzzle\" src=\"https:\/\/gala-bau-blog.ifb-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Puzzle01_M4c-300x225.jpg\" width=\"180\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/gala-bau-blog.ifb-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Puzzle01_M4c-300x225.jpg 300w, https:\/\/gala-bau-blog.ifb-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Puzzle01_M4c-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 85vw, 180px\" \/><\/a><\/div>\n<div>Ein Prozess vor Gericht ist f\u00fcr die Beteiligten belastend. Denn er kostet Geld und Zeit und Nerven. Doch auch mit einer Mediation k\u00f6nnen Konflikte entsch\u00e4rft werden. Seit einem Jahr ist diese Form der Streitl\u00f6sung gesetzlich verankert.<\/div>\n<div id=\"textBlock\">\u00c4rger lauert \u00fcberall: Sei es der Bauunternehmer, der das Haus nicht rechtzeitig fertigstellt, der Ex-Mann, der keinen Unterhalt zahlt, oder die Schwester, die mehr vom gemeinsamen Erbe haben will \u2013 t\u00e4glich geraten Menschen in Streit. Nicht selten landen die F\u00e4lle vor Gericht. \u201eDa entscheidet dann am Ende ein Richter dar\u00fcber, wer Recht hat und wer nicht\u201c, sagt Christian Duve, Vorsitzender des Ausschusses Au\u00dfergerichtliche Konfliktbeilegung im Deutschen Anwaltverein. Anders ausgedr\u00fcckt: Eine Seite gewinnt, die andere verliert. Dabei muss es oft gar nicht erst soweit kommen.<br \/>\n\u201eIn vielen F\u00e4llen hilft es, wenn man sich unter der professionellen Leitung eines Mediators zusammensetzt und differenziert \u00fcber Probleme redet\u201c, sagt Michael Plassmann, Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr au\u00dfergerichtliche Streitbeilegung der Bundesrechtsanwaltskammer. \u201eDenn dann wirft man auch mal einen Blick hinter die Fassade.\u201c M\u00f6glich ist das in einer Mediation. Seit Ende Juli 2012 ist diese Form der au\u00dfergerichtlichen Streitbeilegung in Deutschland gesetzlich verankert.<br \/>\n\u201eMit einer Mediation k\u00f6nnen viele Konflikte entsch\u00e4rft werden\u201c, sagt Plassmann. Denn anders als bei einem Gerichtsverfahren, wo sich die Streitparteien oft unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcberstehen, sitzen hier beide Seiten an einem Tisch. \u201eDer Mediator entscheidet nicht \u00fcber den Konflikt, sondern die Parteien finden mit seiner Hilfe zu einer individuellen L\u00f6sung f\u00fcr ihr Problem\u201c, erkl\u00e4rt Plassmann den Unterschied. Und sein Kollege Duve erg\u00e4nzt: \u201eDie Entscheidung treffen in einer Mediation die Beteiligten, nicht der Richter.\u201c<br \/>\nMediatoren verf\u00fcgen im Unterschied zu einem Richter \u00fcber keine Entscheidungskompetenz und machen keine direkten L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge.Allerdings k\u00f6nnen erfahrene Mediatoren das Verfahren durch geschickte Fragen oder Anregungen in eine bestimmte Richtung lenken. Dieses Vorgehen bietet den Streitparteien Verhandlungsspielraum.<br \/>\n\u201eNehmen Sie doch mal an, ein Lieferant streitet mit seinem Auftraggeber, weil dieser die letzte Lieferung nicht bezahlt hat\u201c, gibt Mediator Plassmann ein Beispiel. \u201eIn einem Gerichtsverfahren wird nur festgestellt, ob ein Anspruch auf das Geld besteht oder nicht.\u201c In einem Mediationsverfahren hingegen werde versucht, die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Zahlungsverzug herauszufinden. \u201eWird beispielsweise in einer Mediation vom Auftraggeber ehrlich einger\u00e4umt, dass er gerade nicht liquide ist, kann ein Ausgleich f\u00fcr die Forderung, zum Beispiel in Form einer Unternehmensbeteiligung, gefunden werden, die \u00fcber eine reine Ratenzahlung hinausgehen kann.\u201c<br \/>\nMediationsverfahren sind in vielen Bereichen m\u00f6glich \u2013 von Familienstreitigkeiten, etwa bei Trennung, Scheidung oder Erbschaft, \u00fcber Arbeitsrechts- oder Wirtschaftsf\u00e4lle bis hin zu Baurechtsf\u00e4llen. \u201eImmer wenn Sie auch nach dem Verfahren mit der anderen Partei noch zu tun haben, kann eine Mediation sinnvoll sein\u201c, erl\u00e4utert Plassmann. Oft f\u00fchren diese Verfahren auch schneller zum Ziel: \u201eIn der ersten Instanz vergehen schnell neun Monate bis zum Urteil, w\u00e4hrend Sie in einer Mediation innerhalb weniger Tage eine L\u00f6sung finden k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\nAllerdings gibt es auch F\u00e4lle, in denen Mediation keine Aussicht auf Erfolg hat: \u201eWenn es darum geht, eine Grundsatzentscheidung herbeizuf\u00fchren, muss ich schon den Weg durch die Instanzen gehen\u201c, sagt Rechtsanwalt Duve. Auch wenn die Parteien von ihren jeweiligen Erfolgsaussichten \u00fcberzeugt sind oder den Rechtsstreit als Frage des Prinzips betrachten, bietet sich der Gang vor Gericht eher an.<br \/>\nAuch wenn die Mediation seit gut einem Jahr gesetzlich verankert ist, in der Praxis merkt man das noch nicht deutlich. \u201eDie Zahl der F\u00e4lle ist seitdem nicht signifikant gestiegen\u201c, sagt Plassmann. Allerdings sei das auch nicht zu erwarten gewesen, erl\u00e4utert Duve. \u201eDenn das Gesetz hat ja nur schon bestehende Regeln vereint.\u201c<br \/>\nAuch die Rechtsschutzversicherer haben noch keine statistischen Daten. \u201eAber die Unternehmen berichten von st\u00e4ndig wachsenden Fallzahlen in der Mediation\u201c, sagt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Denn auch die Versicherer haben erkannt, dass Mediation ein gro\u00dfes Potenzial hat. \u201eDie Mediation f\u00fchrt oftmals schneller zur Konfliktl\u00f6sung und schlichtet einen Streit nachhaltig und im gegenseitigen Einvernehmen\u201c, erkl\u00e4rt Jarosch.<\/div>\n<div>\u201eBei vielen Kollegen ist das Thema inzwischen angekommen\u201c, hat Rechtsanwalt Duve beobachtet. Denn das Mediationsgesetz besagt, dass Anw\u00e4lte mit ihren Mandanten einmal \u00fcber die M\u00f6glichkeit der au\u00dfergerichtlichen Streitbeilegung sprechen m\u00fcssen, bevor sie vor Gericht ziehen. \u201eDadurch ist die Mediation ins Bewusstsein vieler Anw\u00e4lte ger\u00fcckt.\u201c Und Duve ist \u00fcberzeugt: \u201eIn zehn Jahren wird Mediation zum Alltag geh\u00f6ren.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Quelle: 11.07.2013 focus.de \/ s\u00fcddeutsche.de<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Prozess vor Gericht ist f\u00fcr die Beteiligten belastend. Denn er kostet Geld und Zeit und Nerven. Doch auch mit einer Mediation k\u00f6nnen Konflikte entsch\u00e4rft werden. 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